Cannabis gegen ADHS

Hoffnung für die Behandlung von Erwachsenen

Hast du schon einmal von Cannabis gegen ADHS gehört? Seit 2017 darf medizinisches Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen als Medikament verschrieben werden1. Seit der Gesetzesänderung können auch ADHS-Patient*innen von dieser Therapieoption profitieren.

Die Behandlung von ADHS ist noch immer unausgereift und zu den etablierten Medikamenten wie Ritalin scheint es nur wenige Alternativen zu geben. Aufgrund der Nebenwirkungen2 ist die Medikation jedoch für viele Patient*innen keine langfristige Option und die Betroffenen leiden weiterhin unter den Symptomen des Aufmerksamkeitsdefizits. Canify Clinics hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität von chronisch erkrankten Patient*innen zu verbessern. Wie das funktionieren soll? Cannabis bietet in der Medizin ein breites Wirkungsspektrum. Der Weg zum Cannabisrezept ist jedoch beschwerlich und betroffenen Personen fehlt es oft vor allem an einem: der Kraft, um von Termin zu Termin zu hetzen. Daher wollen wir von Canify Clinics dich auf diesem Weg unterstützen und dir so viele Sorgen wie möglich nehmen. Bedenke aber, dass die Behandlung mit Cannabis nicht für jede*n geeignet ist.

Kriterien für die Verschreibung von medizinischem Cannabis

Das Gesetz „Cannabis als Medizin3” macht es möglich, dass Ärzt*innen jeglicher Fachrichtung (ausgenommen Tier- und Zahnärzt*innen) Cannabis als Medizin unter bestimmten Voraussetzungen auf einem Betäubungsmittelrezept verordnen können.

Zu diesen Voraussetzungen gehört das Vorliegen einer schwerwiegenden Erkrankung, die als therapieresistent eingestuft wird, bei der keine Standardtherapie zur Verfügung steht oder die Nebenwirkungen der Standardtherapie unzumutbar sind. Nach ärztlicher Einschätzung muss zudem die Chance bestehen, dass sich die Symptomatik durch Medizinalcannabis verbessert.

Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung gehört zu den am meisten von Stigmatisierung betroffenen psychischen Erkrankungen. Die Störung gilt in vieler Munde beinahe synonym für Familien, die ihren Nachwuchs nicht richtig erziehen. Die tatsächlichen Ursachen und Risikofaktoren für die Entwicklung von ADHS konnten bisher nicht abschließend ermittelt werden, allerdings deuten Studien darauf hin, dass verschiedene Faktoren, wie die genetische Veranlagung, der Gesundheitszustand der Mutter und Umwelteinflüsse bei der Ausbildung der Störung eine Rolle spielen können4.

Zwar ist ADHS bei Erwachsenen nicht ungewöhnlich, die Prävalenz ist bei Kindern und Erwachsenen jedoch höher5.

Der Unterschied zwischen ADHS und ADS

Neben dem weitverbreiteten Begriff ADHS leiden einige Patient*innen unter dem weniger bekannten ADS. Während ADHS für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung steht, bedeutet ADS Aufmerksamkeitsdefizit-Störung, der Faktor der Hyperaktivität bleibt also aus.

ADHS-Symptome

Unter welchen Symptomen leiden Betroffene genau? Hier eine kurze Übersicht der ADHS-Kernsymptome für dich:

  • Unaufmerksamkeit: Betroffene beschreiben häufig Schwierigkeiten dabei, sich zu konzentrieren6 Sind sie in einem Raum, in dem sich mehrere Menschen unabhängig voneinander unterhalten, fällt es ihnen schwer, sich auf das eigene Gespräch zu fokussieren. Sie nehmen ihre Umwelt ungefiltert wahr. Dadurch fällt es an ADHS erkrankten Personen häufig schwer, Aufgaben strukturiert zu beenden.
  • Impulsivität: Impulsive Handlungen und Schwierigkeiten bei der Aggressionskontrolle gehören ebenfalls zu den typischen ADHS-Symptomen7. Das äußert sich häufig durch unüberlegte Äußerungen und Handlungen. Dann platzen erwachsene Betroffene ungefragt in Gespräche und missachten Regeln und Vorschriften.
  • Hyperaktivität: Was sich im Kindesalter vor allem durch einen ständigen Bewegungsdrang äußert, verläuft bei Erwachsenen oft weniger offensichtlich. Häufig verspüren Betroffene eine eher innere Unruhe. Einige wippen dauernd mit den Füßen oder knacken mit den Fingern, andere treiben exzessiv Sport und fühlen sich bei längerem Sitzen unwohl. Allerdings gibt es auch Patient*innen, bei denen keine Unruhe auftritt und die Erkrankung stattdessen zu Antriebslosigkeit führt8.

Neben den drei Hauptsymptomen berichten an ADHS erkrankte Erwachsene häufig von Nebensymptomen9:

  • Stimmungsschwankungen
  • Verminderte Gefühlskontrolle und Stresstoleranz
  • Desorganisation und Ungeduld
  • Vergesslichkeit

Die Diagnose ADHS

Für eine Diagnose von ADHS können Betroffene sich zunächst an die*den behandelnde*n Hausärzt*in oder Psychiater*in wenden. In vielen größeren Städten gibt es zudem spezielle ADHS-Zentren, die besondere Expertise zur ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter aufweisen können. Zu Beginn werden in der Regel Symptome und Anzeichen anhand von standardisierten Fragebögen10 und individuellen Gesprächen abgefragt. Als Differenzialdiagnose steht häufig die „emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ11” im Raum, weil die Symptome mitunter ähnlich sein können.

Therapiemöglichkeiten bei ADHS

Ist die Diagnose ADHS gesichert, können Betroffene mit der Behandlung der Symptome beginnen. Als Hilfestellung zur Bewältigung des Alltags mit ADHS bieten sich verschiedene Therapiemodelle an. Eine der bewährtesten ist die sogenannte DBT12 (Dialektisch Behavoriale Therapie), eine Form der Verhaltenstherapie, die speziell für die Behandlung von Borderline-Patient*innen entwickelt wurde, aber auch die Lebensqualität von ADHS-Patient*innen nachhaltig steigern kann13.

Darüber hinaus ist oft eine medikamentöse Therapie nötig, um Betroffenen die Teilnahme am Leben zu ermöglichen.Viele Patient*innen werden mit dem Wirkstoff Methylphenidat (in Deutschland unter dem Handelsnamen Ritalin bekannt) behandelt. Das Betäubungsmittel greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein und kann so die Konzentrationsfähigkeit steigern und die Ausgeglichenheit fördern14. Allerdings berichten zahlreiche Anwender*innen von Nebenwirkungen, die die positiven Effekte in den Schatten stellen oder dafür sorgen, dass Patient*innen sich vor der Einnahme scheuen.

Für diese Patient*innen kann medizinisches Cannabis eine alternative Option sein. Die Erforschung der Wirksamkeit von medizinischem Cannabis steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und nur zu sehr wenigen Krankheitsbildern liegen aussagekräftige Studien vor. Im Fall von ADHS weist eine Vorstudie15 des Kings College in London, die mit 30 erwachsenen Teilnehmer*innen durchgeführt wurde, darauf hin, dass sich die Anwendung eines Cannabis-Medikaments positiv auf die Symptome der Erkrankung auswirken kann. Die Teilnehmer*innen der Studie berichteten unter anderem davon, dass die Medikation Symptome wie Hyperaktivität und Impulsivität lindern konnte.

Zur Anwendung von medizinischem Cannabis ist auch zu sagen, dass die Nebenwirkungen im Vergleich zu den unerwünschten Wirkungen, die durch konventionelle Medikamente zur Behandlung von ADHS auftreten können, eher mild ausfallen.

Wie hilft Canify Clinics?

Canify Clinics will chronisch erkrankte Patient*innen möglichst unkompliziert mit medizinischem Cannabis versorgen. Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen fällt es häufig schwer, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Das Vereinbaren und Wahrnehmen von Terminen bei verschiedenen Ärzt*innen wird oft zur unüberwindbaren Hürde. Das wissen wir. Dennoch – oder gerade deswegen – ist es das Anliegen von Canify Clinics, dir die bestmögliche Versorgung zu bieten. Das Konzept, mit dem Canify Clinics das erreicht?

Canify Clinics bietet ein Netzwerk an Spezialist*innen, die dich auf dem Weg zu medizinischem Cannabis begleiten und dich auch im Verlauf weiter unterstützen. Nach einem Aufnahmetermin bei einer*einem unserer Kooperationssärzt*innen können weitere Termine entweder in Präsenz oder per Videocall stattfinden. Lediglich die jährliche Verlaufskontrolle findet verpflichtend in Präsenz statt. Die Ärzt*innen sind auf dem Gebiet der Versorgung mit medizinischem Cannabis spezialisiert und begegnen dir nicht nur mit viel Expertise, sondern allem voran mit Empathie und Verständnis für deine Situation und individuellen Bedürfnisse.

FAQ

Was sind die Symptome von ADHS?

Zu den typischen Hauptsymptomen des Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung gehören eine gesteigerte, nicht kontrollierbare Aktivität, die häufige Unfähigkeit, sich auf eine Aufgabe oder ein Gespräch zu konzentrieren sowie eine verminderte Impulskontrolle. Symptome wie eine geminderte Stresstoleranz, Vergesslichkeit oder Stimmungsschwankungen gehören auch zum Alltag vieler Betroffener von ADHS. ADHS kann außerdem zu Desorganisation und Ungeduld führen.

Kann man mit ADHS Cannabispatient*in sein?

Ob ein*e Patient*in die Voraussetzungen für die Behandlung mit medizinischem Cannabis erfüllt, liegt immer im Ermessen der behandelnden Ärzt*innen. Laut Gesetz sind schwer erkrankte Patient*innen berechtigt, Medizinalcannabis zu erhalten, sofern sie nicht auf herkömmliche Therapiemethoden ansprechen oder sie unter starken Nebenwirkungen leiden. Unter Umständen erfüllen Betroffene der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung die Kriterien und sind daher prinzipiell berechtigt, cannabishaltige Medikamente zu beziehen.

Disclaimer / Rechtliches

Der Artikel dient lediglich dem Zweck der Informationsweitergabe und ersetzt keine medizinische Beratung durch eine*n Ärzt*in. Die Inhalte sollen weder zur Eigendiagnose oder -behandlung motivieren noch zur selbstständigen Änderung der bisherigen medizinischen Behandlung verleiten. Canify Clinics spricht keine Empfehlungen aus und bewirbt auch keine diagnostischen Methoden oder Behandlungen. Solltest du eine Änderung deiner Behandlung wünschen, ist das immer mit einer*m Ärzt*in zu besprechen. Darüber hinaus kann Canify Clinics die Richtigkeit, Aktualität und Ausgewogenheit der Inhalte nicht garantieren. Daher übernehmen sowohl die Autor*innen der Texte als auch Canify Clinics keine Haftung für Schäden, die aus der selbstständigen Anwendung der hier beschriebenen Informationen entstehen.

Quellen:

  1. 1Bundesgesetzblatt. https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl117s0403.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s0403.pdf%27%5D__1662729798468.
  2. 2RITALIN 10 mg Tabletten - Beipackzettel | Apotheken Umschau. https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/beipackzettel/ritalin-10-mg-tabletten-9621117.html.
  3. 3Gesetz ‘Cannabis als Medizin’ in Kraft getreten - Bundesgesundheitsministerium. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2017/maerz/cannabis-als-medizin-inkrafttreten.html.
  4. 4Yusuf Ali, A. et al. Elements That Influence the Development of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in Children. Cureus 14, (2022).
  5. 5Bachmann, C. J., Philipsen, A. & Hoffmann, F. ADHD in Germany: Trends in Diagnosis and Pharmacotherapy. Dtsch Arztebl Int 114, 141–148 (2017).
  6. 6ADHS-Symptome: Aufmerksamkeitsstörung | Ratgeber ADHS. https://www.adhs-ratgeber.com/adhs-aufmerksamkeitsstoerung.html.
  7. 7ADHS im Erwachsenenalter - ADHS Infoportal. https://www.adhs.info/fuer-erwachsene/adhs-im-erwachsenenalter/.
  8. 8ADHS-Symptome: Hyperaktivität | Ratgeber ADHS. https://www.adhs-ratgeber.com/adhs-hyperaktivitaet.html.
  9. 9Nebensymptome bei ADHS | Ratgeber ADHS. https://www.adhs-ratgeber.com/adhs-nebensymptome.html.
  10. 10Diagnostik Erw - Zentrales adhs-netz. https://www.zentrales-adhs-netz.de/fuer-therapeuten/diagnostik/diagnostik-erw/.
  11. 11Psychiatrienetz: Borderline-Persönlichkeitsstörung. https://www.psychiatrie.de/psychische-erkrankungen/borderline-persoenlichkeitsstoerung.html.
  12. 12Stiglmayr, C. Die Dialektisch-Behaviorale Therapie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. PSYCH up2date 11, 151–164 (2017).
  13. 13Matthies, S., Hesslinger, B. & Philipsen, A. 2 © CIP-Medien, München. Bd 13,.
  14. 14Rohde, L. A., Buitelaar, J. K., Gerlach, M. & Faraone, S. v. The World Federation of Guide ADHD.
  15. 15Cooper, R. E. et al. Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trial. Eur Neuropsychopharmacol 27, 795–808 (2017).